Autor(en): Autumn Moon Entertainment
Spielmodi: Singleplayer
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A Vampyre Story
Bill Tiller, Qualitätsgarant oder PR-Gag?
Schon auf der Games Convention 2007 bekamen wir erste Szenen des Point 'n Click Adventures A Vampyre Story zu sehen. Und diese waren äußerst viel versprechend. Kein geringerer als Bill Tiller, der bei dem wohl besten Adventure aller Zeiten Curse of Monkey Island und dem mäßigeren The Dig seine Finger mit im Spiel hatte, war mit seiner Entwicklerschmiede Autumn Moon Entertainment hier am Werke. Immer wieder werden „A Vampyre Story“ (AVS) und „Monkey Island“ in einem Atemzug genannt. Wir wollen jedoch diese Assoziation einmal außer Acht lassen und so einen ungefärbten Blick auf das Game werfen. Im Voraus sei schon mal gesagt, dass AVS als Trilogie geplant ist und wir hier „nur“ die erste beiden Kapitel vorliegen haben, die natürlich mit einem Cliffhanger am Ende aufwarten. Allerdings ist es kein Episoden-Spiel a la Grimm oder dem neusten Sam & Max Abenteuer, sondern ein vollwertiges Spiel, das dem Spieler zwischen zehn und zwölf Stunden Spielzeit bietet.
Mona und Froderick
Es war einmal in Draxsylvanien, genauer geschahen die wunderlichen Dinge auf Schloss Warg, das vom fiesen Vampir Shrowdy bewohnt wurde. Bei einem seiner Ausflüge fiel er jedoch einem Pflock von Vampirjägern zum Opfer. Nun kommt die Stunde von Neu-Vampirin Mona, die seit einiger Zeit vor Shrowdy im Schloss gefangen gehalten wurde. Zusammen mit ihrem Fledermaus-Freund, dem vorwitzigen Froderick sucht sie nun einen Weg, aus dem Schloss zu entkommen. Mona ist bzw. war im echten Leben mal eine Opernsängerin und das Vampirdasein hat sie bislang noch nicht sonderlich interessiert. Doch jetzt muss der Spieler erst einmal in guter alter Point 'n Click Manier einen Ausweg aus dem Schloss suchen. Dabei geizt „AVS“ nicht mit Rätseln, die es auch angenehm in sich haben, was nicht heißt, dass sie nur von Oberschlauen gelöst werden können. Zwar werden Anfänger ihre Probleme haben, aber Fortgeschrittene und Profis gut bedient. Des Öfteren kommt es auch vor, dass man sich nach etlichem Herumprobieren dann doch bei der Lösung an den Kopf langt, und sich fragen wird, warum man da nicht gleich drauf gekommen ist. Adventure-Rätseln, wie es sein sollte.
Steuerung +1
Man mag eingentlich denken, dass man das gute alte Point 'n Click Gameplay nicht noch besser machen könnte. Doch Autumn Moon schafft es hier zu überraschen, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind, die auffallen. An der der gewohnten P&C-Steuerung an sich hat sich nichts geändert, und jedes Kind wird auch bei „AVS“ intuitiv damit zurecht kommen. Das Interface ploppt per Klick in Form eines Kreuzes auf, wo ihr „Untersuchen“, „Nehmen“, „Reden“ und „Fliegen“ vorfindet. Das Fliegen kommt jedoch nur selten zum Einsatz, da die meisten Sachen auch zu Fuß erreichbar sind. Innovativ ist die „Hotspot“-Anzeige von Gegenständen innerhalb der Szene, die bequem per TAB-Taste angezeigt werden. Trotzdem ist es immer wieder hilfreich, besonders auf Frodericks Geplapper zu hören, denn die schlaue Fledermaus gibt oft hilfreiche Hinweise. Das Inventar wird durch einen Sarg dargestellt, der gut aufgeräumt eine gute Übersicht gewährleistet. Dabei werden glücklicherweise gebrauchte Gegenstände entfernt, um sie so nicht unnötig weiter mitzuschleppen. Etwas seltsam kamen uns „gemerkte Gegenstände“ vor. Manch ein Fund ist der zarten Mona zu schwer zum Schleppen oder fest installiert, sodass im Inventar dieser nur schemenhaft angezeigt wird. Braucht man diesen für ein Rätsel kann er genauso wie ein „normaler“ Inventargegenstand benutzt werden.
Oft kommt es in Adventures vor, dass sich die Spielfigur nur langsam von dannen bewegt, und man so beim Durchqueren von bekannten Locations arg auf die Geduldsprobe gestellt wird. Bei A Vampyre Story kann man diese Wartezeiten flink mit der Leertaste abkürzen. Ihr seht, das Gameplay ist wie gehabt, doch durch Kleinigkeiten angenehm aufgepeppt.
Sehr liebevoll...
Sehr liebevoll hat Autumn Moon das komplette Spiel gestaltet. So wird man einer wunderbar stimmigen 2D-Umgebung verwöhnt, die viele nette Details in sich bergen. Das Adventure-Feeling ist also nahezu perfekt. Die Charaktere sind allesamt sehr nett gezeichnet und haben alle ihren individuellen Charme, allein die beiden Hauptcharaktere wird man schnell ins Herz geschlossen haben: Der niedliche witzige Froderick und seine beste Freundin, die Opernsängerin Mona, mit ihrem französischen Akzent. Dabei fällt auch auf, dass englische, wie auch deutsche Synchronisation sehr gelungen sind und die Sprecher alle mit Motivation bei der Arbeit waren. Leider muss man sich am Anfang der Installation für eine Sprach-Version entscheiden und kann nicht innerhalb des Spiels wechseln.
Eigene Meinung
Zwar bin ich Konsolero mit Leib und Seele, aber für ein gutes Point n' Click Adventure komme ich doch gern immer wieder an die, für mich als „Arbeitsmaschine“ geltende, Spielplattform PC zurück. Mit A Vampyre Story hatte ich durchaus vergnügliche Stunden und das Spiel darf sich wohl dieses Jahr als eins der Besten seines Genres schimpfen. Den Hype um Bill Tiller hin oder her, man merkt es dem Spiel einfach an, dass erfahrene Köpfe dahinter stecken. Zwar kommt bislang kein Spiel an das damalige Erlebnis meines All-Time Favoriten Monkey Island heran, aber das erwarte ich auch nicht. Ein bisschen Schade fand ich dann doch, dass „AVS“ mit diesem fiesen Cliffhanger am Schluss daherkommt. Im großen und ganzen kann ich das liebevoll designte Spiel aber allen Adventure-Fans ans Herz legen, es kann auf jeden Fall mit den ganzen anderen Genrevertretern wie Edna bricht aus oder Geheimakte Tunguska mithalten und bietet ein tolles Weihnachtsgeschenk für Rätselfans.
Wertung
| Produkt: | |
| Detail-Infos: | Link |
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| Spielspass: |
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85 |
| Grafik: |
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88 |
| Sound: |
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90 |
| Bedienung: |
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89 |
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| Pro |
Contra |
| + | Wunderschönes Design |
| + | Anspruchsvolle Rätsel |
| + | Charmante Charaktere |
| + | Gute Lokalisierung |
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| - | Offensichtlicher erster Teil |
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| Fazit: |
| Ein hübsches und liebevoll designtes PnC-Adventure, dass vor allem fortgeschrittene Rätsler ansprechen wird. |
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